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Ein grandioses Klangereignis


Über 120 Stimmen, je zur Hälfte von "L`Ecole normaole supèrieur" aus Lyon und dem Konstanzer Universitätschor feierten die "Kleine Festmesse" von Rossini - nach Besuch, Besetzung und Begeisterung ein grandioses Feier- und Klangereignis. ...

Universitätsmusikdirektor Peter Bauer führte nicht nur die Partnerschaftschöre zu stimmlicher Einigkeit und zu erbaulicher Dreiklangs- und spannenden Septakkorden von ppp bis fff zusammen, gab den vier Solisten Raum für bühnenstarken Ausdruck, er ließ vor allem keinen Zweifel daran, dass Messe und Oper, Kirche und Bühne, Feier und Sezene hier zusammengehören- und weder die Frömmigkeit noch die Theatralik dabei Schaden an ihren Seelen nehmen mussten.

Rossinis Frömmigkeit wurde im "Kyrie" ausdrucksvoll hörbar... Dann das "Christe" als a-capella-Satz mit herrlichen Harmonien, einer Spur Ausdruckschromatik, leuchtendem Klang der Soprane, satten Linien des Altes, Tenor-Melos und Bassfülle - ein Hoffnungsfest. Das wurde im "Gloria" überboten. Dieser Satz, zur Ehre Gottes als Grand Opéra komponiert, wurde klanglich auf der Altar-Bühne auch so verwirklicht. ... Im "Cum Sancto Spiritu" ereignete sich ein prunkvolles Akt-Finale mit glänzend durchgeführter Chorfuge, dramatischen Zeitmaßen und virtuosem Solistenensemble.

Das ganze Werk fesselte vom ersten bis zum letzten Takt ... Diesem geistlich-weltlichen Zusammenklang dankte Lang- und Standapplaus, sogar mit Pfiffen musisch animierter Glückseligkeit.

Helmut Weidhaase

Südkurier 2012 zum Konzert  Gioacchino Rossini: "Petite Messe Solennelle", St. Stefan Konstanz


Der Sirtaki erobert das Audimax

"Alexis Zorbas" begeistert in einer musikalischen Großinszenierung an der Uni


"... Insgesamt sechs Chöre aus Innsbruck, Freiburg und Ebnet, Rhodos, Padua und der eigene Uni-Chor füllten mit ihren 260 Stimmen und dem an die 70 Instrumentalisten starken hiesigen Uni-Orchester schon einen beträchtlichen Teil des Auidmax; den Rest der Plätze nahmen die Konzertbesucher ein. Allein der Einmarsch der Mitwirkenden dauerte gute fünf Minuten und ließ bei manchem Zuschauer sicher ein virturelles Arena-die-Verona-Bild entstehen. Da sei der Superlativ gewagt, dass das Audimax wohl selten so von grandioser Musik und emotional dem Werk erliegendem Publikum gebebt hat.

Populärmusik und Kunstmusik: Theodorakis sinnierte wohl nicht über deren Gleichberechtigung nach: Er komponierte sie und schuf ein Festival der Lieder und Orchestersätze, das seinesgleichen sucht. Ob er an Orffs "Carmina burana" oder gar an populären Verdi-Melodien Maß genommen hat? Der Hörer findet sich jedenfalls sofort zurecht, genießt unsterbliche Melodien und staunt über die diffizil und farbig instrumentierten Vor- und Zwischenspiele mit all ihren sackschweren Solo- und Tutti-Motiven, ihrer rhythmisch treibenden Kraft der Volkstänze, ihren sanft-lyrischen Ruhemomenten. Da agierte das Uni-Orchester sichtlich engagiert, brachte Registerklänge farbig heraus, servierte tolle Solopartien ... und einen gewaltigen Tuttiklang dieser unbestritten größten Konstanzer Symphonieorchesters. Dem gab sich der Riesenchor mit klanglicher Delikatesse hin: Oft unisono, dann wieder in harmonisch so leicht zu fassendem Akkordsatz: Folkloristische Symphonik mitreißende Hymnik, extreme Sopranhöhen und runder Männerchorklang - zum fiebernden Mithören, zum Genießen, zum entspannenden musikalischen "Abhängen"... Das Wechselbad der Melodienbreite schlug den vollen Saal 80 pausenlose Minuten lang in den Bann, bevor der heiß erwartete Sirtaki das Finale eröffnete und zum Mitklatschen elektrisierte.


Reinhart Müller

SÜDKURIER zum Konzert am 29.Juni 2013 im Audimax der Universität


Sternstunde Bach`scher Interpretationskunst

 

Schon mit dem allerersten, jauchzend hell beseelten Ton ist klar, was man erwarten darf in der voll besetzten Birnau. Mit energiegeladener Profession führt Peter Bauer seinen Universitätschor Konstanz samt Orchester und Solisten durch Johann Sebastian Bachs "Himmelfahrtsoratorium" und das Magnificat BWV 234.

In vollendeter Bach`scher Interpretationskunst ist bei zügigen Tempi und sehr differenzierter Artikulation jeder einzelne Ton belebt, was dem ganzen zu pulsierendem Leben verhilft. Mit seiner ihm eigenen kraftvoll-charismatischen Dynamik bringt Bauer seine herrlich frisch und agogisch Singenden und Musizierenden dazu, allen Staub der Jahrhunderte unbekümmert weg zu pusten. ... Im oratorischen Magnificat für fünfstimmigen Chor sind bei herrlich leichtem Federn Jubel und Begeisterung zu äußerster Intensität verdichtet...

Gabi Rieger

 

2007 zum Konzert in der Basilika Kloster Birnau

 

Festmusik für Gott und die Welt

Der Universitätschor brilliert mit Monteverdis "Marienvesper" in der Konstanzer Stephanskirche

 

Das ist ein Werk nicht nur für klerikale Festlichkeiten, sondern eines für Gott und die Welt, Schöpfer und Schöpfung. ... Universitätsmusikdirektor Peter Bauer wählte für seine Aufführung dieser "Welterbe-Vesper" mit dem Universitätschor eine entschieden historische Aufführungspraxis: Mitteltönige Stimmung, altes Instrumentarium, Solisten mit allem Können der Koloraturen vom Praller bis zum Schnell-Tremolo, einen bis zu zehnstimmigen Chor  in Aufstellungen, die satzgemäßen Raumklang bewirkten, Zeitmaße, die die Proportionen von ruhigem Grad- und schnellem Dreiertakt präzis aber nie mechanisch erfüllten. Doch bei aller Hochachtung vor dem durchweg gelungenen Versuch, geschichtlichen Klang mit aller Monteverdischen Chor- und Solovirtuosität zu verwirklichen, bot das konkrete Musizieren 80 starke Minuten lang noch viel mehr. Nichts tönte nach akademischer  Behutsamkeit und Vorsicht, ... dazu wurde durchaus das Pompöse und sogar Opernhafte, ein Fugen Presto oder ein Hymnus mit fröhlicher Madrigalmelodik ("Ave maris stella") gesungen und gespielt. Peter Bauer ließ das Theatralische ebenso wenig vermissen wie den Kontrast zwischen Liturgie und Bravour, Kirchen- und Kammermusik. ... Kirchenklang ereignete sich in voller Reinheit in den vielstimmigen und mehrchörigen Sätzen nach: Motettische Fülle, klare Chorkontrapunkte, akzentuierte Deklamation. nach dem brillanten Schluss-Terzett fanden Chor, Soli und die 16 Instrumente zu herrlichem Hymnus mit verklingendem "Amen" zusammen. Das Publikum bekundete im vollen Kirchenschiff seine weltliche Begeisterung.

Dr. Helmut Weidhase

 

2011 zur Aufführung der "Marienvesper"